Der Begriff „Greifvogel“ und was dahinter steckt

Die meisten Menschen haben keine Schwierigkeiten, einen Greifvogel sofort als solchen zu erkennen. Möglich wird dies durch die Merkmalskombination „Fuß mit langen, spitzen Krallen + Hakenschnabel + durchdringender Blick mit nach vorn gerichteten Augen“.

Hinzu kommen noch typische Verhaltensweisen, zum Beispiel das Rütteln des Turmfalken gegen den Wind oder das Kreisen des Mäusebussards in der Thermik aufsteigender, warmer Luftmassen.

Bei Greifvögeln sind die Weibchen größer und schwerer als die Männchen, bei manchen Arten nur geringfügig, bei anderen bis zu 1/3. Das erklärt die zum Teil großen Unterschiede bei den Maßen und Gewichten in den Artbeschreibungen.

Die Greifvögel (Ordnung Accipitriformes) werden unterteilt in die Familie Fischadler (Pandionidae), deren einziger Vertreter der Fischadler ist, und die artenreiche Familie Habichtverwandte (Accipitridae), zu der unter anderem die Altweltgeier, Bussarde, Adler, Weihen, Habichte und Milane zählen. Die Falken (Ordnung Falconiformes) sind mit den eigentlichen Greifvögeln nicht direkt verwandt und stehen deshalb in einer eigenen Ordnung. Dazu ist auch mehr in der Artenliste zu finden.

Eulen (Ordnung Strigiformes) sind mit den Greifvögeln und Falken nicht näher verwandt und werden deshalb auch hier nicht behandelt. Im Handbuch Eulen der Welt werden alle Arten in 750 Farbfotos näher vorgestellt.

Der veraltete Begriff Raubvögel implizierte, dass die betreffende Vogelgruppe zu bewussten kriminellen Handlungen fähig sei und beinhaltete eine negative Wertung. Er findet deshalb heute keine Verwendung mehr. Greifvögel, wie auch andere Beutegreifer, rauben nicht. Sie greifen ihre Beutetiere zum Zwecke des Nahrungserwerbs.

Weitere Themen zum Greifvogel:

  • Fuß oder Fang

    Allein das Wort Greifvogel deutet auf ein sehr auffälliges Kennzeichen dieser Artengruppe hin: Den speziell zum Festhalten der Beute gestalteten Fuß mit den mehr oder weniger langen und gekrümmte Krallen.

  • Schnabel

    Nicht minder variabel gestaltet sind die Schnäbel der verschiedenen Greifvogelarten. Auch hier haben sich im Laufe der Evolution die unterschiedlichsten Anpassungen herausgebildet.

  • Auge

    Geradezu legendär ist das sprichwörtliche Adlerauge. Tatsächlich verfügen einige Greifvogelarten wohl mit über die besten Augen im gesamten Tierreich.

  • Griff- und Bisstöter

    Die meisten Arten der Habichtverwandten besitzen relativ lange und gekrümmte Krallen. Sie dienen ihnen neben dem notwendigen Festhalten der Beute auch zum Töten derselben.

  • Artenliste

    Zwischen 1.1.1800 und 1.6.2005 nachgewiesene Greifvogel- und Falkenarten.

  • Greifvogelschutz

    Greifvogelhilfen in Deutschland.