Die meisten Menschen haben keine Schwierigkeiten, einen Greifvogel sofort als solchen zu erkennen. Möglich wird dies durch die Merkmalskombination „Fuß mit langen, spitzen Krallen + Hakenschnabel + durchdringender Blick mit nach vorn gerichteten Augen“.
Hinzu kommen noch typische Verhaltensweisen, zum Beispiel das Rütteln des » Turmfalken gegen den Wind oder das Kreisen des » Mäusebussards in der Thermik aufsteigender, warmer Luftmassen.
Bei Greifvögeln sind die Weibchen größer und schwerer als die Männchen, bei manchen Arten nur geringfügig, bei anderen bis zu 1/3. Das erklärt die zum Teil großen Unterschiede bei den Maßen und Gewichten in den Artbeschreibungen.
Die Greifvögel (Ordnung Accipitriformes) werden unterteilt in die Familie » Fischadler (Pandionidae), deren einziger Vertreter der Fischadler ist, und die artenreiche Familie » Habichtverwandte (Accipitridae), zu der unter anderem die Altweltgeier, Bussarde, Adler, Weihen, Habichte und Milane zählen. Die » Falken (Ordnung Falconiformes) sind mit den eigentlichen Greifvögeln nicht direkt verwandt und stehen deshalb in einer eigenen Ordnung. Dazu ist auch mehr in der » Artenliste zu finden.
Eulen (Ordnung Strigiformes) sind mit den Greifvögeln und Falken nicht näher verwandt und werden deshalb auf hier nicht behandelt.
Der veraltete Begriff "Raubvögel" implizierte, dass die betreffende Vogelgruppe zu bewussten kriminellen Handlungen fähig sei und beinhaltete eine negative Wertung. Er findet deshalb heute keine Verwendung mehr. Greifvögel, wie auch andere Beutegreifer, rauben nicht. Sie greifen ihre Beutetiere zum Zwecke des Nahrungserwerbs.