Schnabel

Nicht minder variabel gestaltet sind die Schnäbel der verschiedenen Greifvogelarten. Auch hier haben sich im Laufe der Evolution die unterschiedlichsten Anpassungen herausgebildet. Allen gemeinsam ist, dass der Oberschnabel länger als der Unterschnabel ist und diesen deutlich überragt, abwärts gebogen ist und in einer Spitze endet.

Grundsätzlich gilt, dass der Schnabel umso kräftiger ausgebildet ist, je größer die Beutetiere der entsprechenden Art sind. Die großen Geier und Adler besitzen die stärksten (=höchsten) Schnäbel. Mit ihnen sind sie in der Lage, die Haut großer Tiere wie z.B. Gämsen, Schafen, Rehen, Hirschen, jungen Wildschweinen oder Robben aufzuschneiden. Als Aas vorgefundene Beute kann z.T. noch größere Ausmaße und damit noch dickere Haut besitzen, im Falle der Geier z.B. Pferde und Rinder.

Beim Öffnen des Beutetierkörpers leistet die Schnabelspitze die Hauptarbeit. Später kommen in unterschiedlichem Ausmaß auch die seitlichen Schneidekanten des Oberschnabels zum Einsatz.

Allen Falken eigen ist ein so genannter „Falkenzahn“, eine spitze Ausbuchtung an beiden Schneidekanten des Oberschnabels, der eine entsprechende Einbuchtung im Unterschnabel gegenübersteht. Diese spezielle „Konstruktion“ verstärkt die Zangenwirkung des Falkenschnabels und ermöglicht ihren Besitzern einen effektiveren und schnelleren Tötungsbiss (siehe Kapitel „Grifftöter / Bisstöter / Beuteschlag“).