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Mäusebussard (Buteo buteo)

Länge: 48-58 cm
Flügelspannweite: 115-138 cm
Gewicht: 620-1360 g

Brutbestand Deutschland: ca. 96.000 Paare.
Brutbestand Europa: im Mittel ca. 1.028.000 Paare.

Unter den in Deutschland heimischen Greifvögeln ist der Mäusebussard der weitaus Häufigste.

Mäusebussarde sind sogenannte Grifftöter, d.h. sie töten ihre Beute mit den Fängen, nicht mit dem Schnabel. Als Faustregel gilt: Falken sind Bisstöter, alle anderen Greifvögel Grifftöter. An schönen Tagen sieht man ihn oft hoch am Himmel kreisen, sonst fällt er meist auf einem Ansitz (z.B. Zaunpfähle, Stromleitungsmasten, Bäume, aber auch extra angebrachte Ansitzhilfen z.B. am Rand von Autobahnen) auf Beute lauernd auf.

Sein Name deutet auf seine bevorzugte Beute, Kleinnager verschiedener Art, hin. Beutetiere über der Größe eines jungen Wildkaninchens vermag er nicht zu überwältigen. Ob ein Mäusebussard seine Beute vor Ort kröpft oder sie fortträgt hängt von der Situation ab: Hat er Jungvögel zu versorgen muss er die Beute naturgemäß zum Horst tragen. Aber auch die Altvögel müssen während der Brutzeit Nahrung zu sich nehmen. Handelt es sich um kleine Beute (Maus, Regenwurm, Käfer o.ä.) wird sie i.d.R. gleich vor Ort verzehrt. Größere Beutestücke, die der Mäusebussard als relativ schwacher Greifvogel meist nicht selbst überwältigen kann sondern z.B. als Verkehrsopfer am Straßenrand oder anderweitig als Aas vorfindet, werden wenn das Gewicht nicht zu hoch ist den Blicken anderer Beutegreifer entzogen und an einem geschützten Ort verzehrt. Oftmals frisst der Mäusebussard solche Beute aber auch einfach vor Ort.

Mäusebussarde sind extrem variabel gefärbt: Von überwiegend weißen Vögeln bis hin zu fast einheitlich dunkelbraunen gibt es alle Übergänge. Alter, Geschlecht oder Herkunft spielen hierbei keine Rolle. Selbst Jungvögel aus einer Brut können verschieden gefärbt sein!

Allen Mäusebussarden gemeinsam ist das typische Flugbild: Mittellange, recht breite Flügel und ein eher kurzer, im kreisenden Segelflug weit gespreizter und abgerundeter Schwanz kennzeichnen seine Silhouette.

Alle Bussarde zeigen in sämtlichen Kleidern ausgedehnte weißliche Bereiche auf den Unterflügeln (Basen der Schwungfedern). Dunkle Individuen sind daran sofort von den oberflächlich ähnlich gefärbten weiblichen und jungen Rohrweihen sowie Schwarzmilanen zu unterscheiden, bei denen auch diese Partien bräunlich gefärbt sind.

Wer sich näher mit Greifvögeln und ihrer Bestimmung beschäftigen möchte, sollte zuerst den Mäusebussard in der gesamten Bandbreite seiner verschiedenen Kleider studieren: Nur, wenn man mit seiner enormen Variabilität vertraut ist, wird man ihn bei der Bestimmung seltenerer, ähnlicher Arten ausschließen können!

Unter den mitteleuropäischen Mäusebussarden sind die Altvögel in der Regel Stand- oder Strichvögel, während die meisten Jungvögel dem Winter in südwestlicher Richtung ausweichen und z.B. in Frankreich überwintern. Brutvögel aus dem Norden Europas sind vornehmlich Zugvögel, überwintern aber z.T. bereits in unseren Breiten. Die Art ist somit das ganze Jahr über in Deutschland zu beobachten.